Beiträge von BlueFalcon

Bitte denkt daran, dass ihr unser Forum auch unterstützen und werbefrei nutzen könnt. Auch für uns wird es immer schwieriger, solch kleine Foren kostenneutral am Leben zu halten, während Werkstätten z.B. Stundensätze von bis zu 200 Euro aufrufen können.
Nähere Infos findest du unter folgendem Link: Forum unterstützen

    Schon erstaunlich... ich habe mir mal den Spaß gemacht und eine diese KI danach gefragt. Die ausführliche Antwort ist letztlich deckungsgleich mit dem was mir der Ford-Meister und mein Bekannter mir erklärten:


    Gerade Ford (1.0 EcoBoost) und Stellantis/PSA (1.2 PureTech) hier im Fokus stehen, liegt an der speziellen Konstruktion: Der Zahnriemen läuft direkt im Motoröl, um Reibung zu reduzieren und den CO₂-Ausstoß um etwa 1 % bis 2 % zu senken.

    Hier ist die Analyse, warum die Kombination aus Kurzstrecke und Ethanol für dieses System so toxisch ist:

    1. Die Chemie: Warum E10 aggressiver ist als E5

    Der Zahnriemen besteht meist aus HNBR (hydrierter Acrylnitril-Butadien-Kautschuk). Dieser Kunststoff ist zwar ölbeständig, reagiert aber empfindlich auf polare Stoffe und Säuren.

    • Hygroskopie: Ethanol ist hygroskopisch – es zieht Wasser aus der Umgebungsluft an. E10 kann fast doppelt so viel Feuchtigkeit binden wie E5.
    • Hydrolyse: Wenn Ethanol und Wasser ins Öl gelangen, entstehen bei den chemischen Prozessen im Motor (unter Hitze und Druck) aggressive Nebenprodukte (wie Ameisensäure oder Essigsäure). Diese greifen die Polymerketten des Zahnriemens an.
    • Der Konzentrationseffekt: Bei E5 ist die Menge an Ethanol oft noch unter einer kritischen Schwelle, bei der das Ölpaket (die Additive) die entstehenden Säuren neutralisieren kann. Bei E10 wird diese Kapazität im Kurzstreckenbetrieb deutlich schneller aufgebraucht.

    2. Der Kurzstrecken-Faktor: Das "Öl-Gefängnis"

    Im normalen Langstreckenbetrieb wird das Motoröl heiß genug (über 90°C), damit eingetragener Kraftstoff und Kondenswasser wieder verdampfen und über die Kurbelgehäuseentlüftung abgeführt werden.

    • Kaltstart-Anreicherung: Beim Kaltstart spritzt der Motor mehr Kraftstoff ein. Ein Teil davon gelangt an den kalten Zylinderwänden vorbei ins Öl (Blow-by).
    • Fehlende Reinigung: Auf Kurzstrecken (unter 15–20 km) erreicht das Öl nie die Temperatur, um das Ethanol-Wasser-Gemisch "auszukochen". Die Konzentration der Schadstoffe im Öl steigt also mit jeder Fahrt additiv an.

    3. Das Szenario E20: Eine massive Verschärfung?

    Du liegst mit deiner Vermutung richtig: E20 würde das Problem ohne technische Anpassungen massiv verschärfen.

    • Höhere Säurebildung: Mit 20 % Ethanolanteil steigt die Menge an Wasser, die in den Ölkreislauf gelangt, potenziell linear an. Die chemische Zersetzung des Riemens (das Aufquellen und spätere Sprödbetoniert-Werden) würde sich beschleunigen.
    • Gegenmaßnahmen der Hersteller: Fahrzeuge, die für E20 (oder in Brasilien sogar E85) ausgelegt sind, nutzen oft andere Riemenbeschichtungen oder kehren zur Steuerkette zurück (wie Stellantis es bei den neuesten Generationen des 1.2 PureTech bereits tut).

    Der FFH bei dem ich meinen B-Max und auch alle andere Ford gekauft haben und warten lasse hatte in seiner Werkstatt nicht nur meinen mit diesem Schadensbild. Der Werkstattmeister erklärte es mir dann so das dieses Problem auch bei einigen französischen Modelle mit ebenfalls im Ölbad laufenden Treibriemen auftritt wenn man relativ gesehen viel Kurzstrecke fährt und E10 tankt. Die Verbrennung ist, so seine Erklärung die mir auch ein befreundeter Mechaniker von Peugeot bestätigte, das trotz Freigabe die Verbrennung in bestimmten Fällen eben nicht so optimal bei E10 ist und so feinste Rückstände ins Öl gelangen können, die die Eigenschaft haben den Treibriemen zu schädigen.

    Der Hersteller wird es am besten wissen, daher natürlich seit 12 Jahren konsequent E10. Das man dabei mittlerweile ein nettes Sümmchen spart, ist einer der positiven Nebeneffekte. Übrigens fahre ich sehr sportlich und merke keinen Unterschied. Schäden gibt es bei E10 nur, wenn man das Auto sehr sehr selten bewegt. Bisher hatte ich noch keinen einzigen außerplanmäßigen Werkstattaufenthalt die letzten 12 Jahre mit E10. Wer aber die Ölmultis lieber unterstützt, so what 🍻.

    Das ist so falsch. Also bei mir beispielsweise waren es 5 mal die Woche rund 40 Kilometer Arbeitsweg, einen Tag im wesentlichen innerorts mit verschiedenen Zwischenstopps unterwegs und gelegentliche Touren über mehrere hundert Kilometer. Immer aus falsch verstandener Sparsamkeit diese E10-Plörre getankt, mit der Folge das durch den sich zersetzenden Treibriemen im Ölbad der B-Max EcoBoost 125PS einen kapitalen Motorschaden hatte. Wartungsintervalle und Ölwechsel wurden immer eingehalten und beim FFH durchgeführt.

    ZAV, das mag durchaus ein berechtigter Einwurf sein, jedoch in eine Häufung negativer Berichte die alle die gleiche Fehlerbeschreibung oder Ursache haben ein durchaus ernstzunehmender Hinweis auf einen Mangel an Produkten.

    Also ich würde nicht sagen das es etwas mit Nervosität zu tun hat. Wenn Ford kein ordentliches Lademanagement hinbekommt, dann sollten sie dazu stehen und entsprechend handeln, beispielsweise durch ein Softwareupdate. Diese Fahrzeugklasse wird nun mal von einer sehr breit gestreuten Klientel gekauft zu der auch relativ viele Wenigfahrer gehören, wobei ich mich mit 200-250 Kilometern pro Woche (18 Kilometer Arbeitsweg in einer Strecke an 5 Tage die Woche, der Rest "Freizeitfahrten") nicht dazuzählen würde. Es ist ja nett wenn man krampfhaft um EU-Vorgaben einzuhalten die Ladung der Batterie drosselt und alles über 80-85% Ladung der Rekuperation überlassen möchte, doch diese funktioniert im Flachland und bei "relativ" kurzen Strecken nur bedingt.

    So, meiner war in Werkstatt wegen dem Knacken... angeblich wurde die Lenkspindel getauscht... betrachtet man mal die verschiedenen Erfahrungsberichte, dann erscheint das eigentlich irgendwie immer wie ein raten was die Ursache sein könnte. Immerhin ist aktuell bei mir Ruhe.


    Aber eigentlich traurig das Ford bei solchen Dingen nicht im Rahmen der Inspektionen eine generelle Serviceaktion durchführen lässt.